Ein heikles Thema, ja. Aber sind wir hier nicht auch ein wenig verpflichtet, uns heiklen Themen zu widmen?
Männer und Frauen sind unterschiedlich. Das wissen wir spätestens, seitdem uns eindrücklich vor Augen geführt wurde, dass Frauen nicht in der Lage sind, Wasser aus Flaschen zu trinken und beim Anblick von Salat anfangen zu lachen.
Da stellt sich doch auch die Frage: Können Frauen überhaupt fotografieren?
Also so allgemein? Dass es Ausnahmen gibt, die eine Kamera bedienen können, ja gar Fotografinnen, die es zu Weltruhm gebracht haben, ist ja noch lange kein hinreichender Beweis für diese Fähigkeit.
Was uns Tante Google zu diesem Thema bietet, spricht ein eindeutigen Sprache:
Die meisten Frauen können eine Kamera nicht gerade halten.
(Ich habe das alles mal für Euch nachgstellt, denn so blöd, die entsprechenden Werbefotos hier auch noch einzeln zu verlinken und mir eine Horde Abmahnanwälte an die Backe zu heften, bin ich nun auch wieder nicht.)
Drängt sich hier nicht die Frage auf, ob dies alles einer genetischen Disposition geschuldet ist? Ist das zweite X-Chromosom im Vergleich zur verkümmerten Y-Variante derart schwer, dass es hier die Schieflage der Kamera bedingt und sollte dies nicht Gegenstand weiterführender Studien sein?
Was aber noch viel erstaunlicher ist: Manche der mit Kamera abgebildeten Frauen scheinen gar erstaunt darüber, dass sie etwas in den Händen halten und scheinen sich zu fragen, worum es sich bei diesem Ding wohl handeln mag.
Erstaunlich erscheint dies aber nur auf den ersten Blick. Liest man sich aufmerksam durch die „Über mich“-Einträge von Fotografinnen, trifft man doch in der Tat auch so etwas:
„… Fotografieren habe ich weder gelernt noch studiert oder habe irgendwelche Foto-Lehrbücher auswendig gelernt. Ich finde das ist Zeitverschwendung. 😉 Die Theorie und die Technik, mit der ich arbeite haben mich nie interessiert. Ich habe meine Kamera, meine Augen und mein Herz!“
Wie süß!
Oder?
Erinnert mich fatal an Frauen, die eigentlich furchtbar gern als Akademikerinnen posieren würden, deren mentale Fähigkeiten sie aber leider nicht dazu befähigt hätten, ein Studium zu absolvieren und die dann ersatzweise sich in nur drei Wochen zur, sagen wir mal, Heilpraktikerin ausbilden lassen, oder wenn es dafür auch nicht reicht, wenigstens bei jeder Gelegenheit lautstark von sich geben müssen, dass, sagen wir mal, die Schulmedizin ja ohnehin doof ist und man alles mit (man setze an dieser Stelle einen beliebigen esoterischen Begriff ein) heilen kann.
(Frau bei einer Party zu mir, nachdem ich auf Nachfrage meinen Beruf benannt hatte: „Ich hätte ja eigentlich auch Ärztin werden können – aber ich wollte nicht.“ Der anwesende Ehemann mit ehrlich erstaunt hochgezogenen Augenbrauen: „Aber Schatz, dafür braucht man Abitur!“)
Na gut, vielleicht urteile ich ein bisschen hart, Koketterie oder Angeberei mit der eigenen Blödheit fand ich schon immer doof – schon in der Schule, wo es zeitweise als sexy galt, wenn Schülerlein (meistens waren es Mädels) von sich behauptete, von Mathe keine Ahnung zu haben.
Ich bin gern bereit, mein Urteil zu revidieren, wenn man mir einem männlichen Fotografen zeigen kann, der sich selbst genauso darstellt: „Ich habe keine Ahnung wie mein Fotoapparat funktioniert, also kritisiert mich bitte nicht, sondern habt mich alle lieb und findet mich TOLL! Ich finde mich auch TOLL! *Herzchen-mit-Schleife*!
Glaubt man anderen Werbebildern, so scheinen auch viele Frauen nicht begriffen zu haben, dass die Kamera nach vorne raus fotografiert – sie posen (oftmals scheinbar auf das vermeintliche Vögelchen wartend) hinter der Kamera.
Es ist ein weites Feld und manchmal will sich der Eindruck aufdrängen, als seien wir noch nicht sonderlich weit gekommen, sondern geradewegs auf dem Rückwärtskurs.
Hinweis: Die Kamera, die hier dankenswerterweise mit mir gepost hat, ist meine allererste, heiß geliebte und mittlerweile leider defekte digitale Spiegelreflex. Sie wird nicht mehr gebaut und soweit ich weiß auch nicht mehr vertrieben. Leider. War ein schönes Teil!



